„Clusio“ und „Malles“: Neuerliche Schmierereien auf Wegweisern

Im Vinschgau verbindet ein sogenannter Stundenweg das Kloster Marienberg oberhalb von Burgeis mit dem auf der Schweizer Seite des Münstertales gelegenen Benediktinerinnenkloster St. Johann (bündnerromanisch Clastra oder Claustra Son Jon). Auf dem Wegweiser ist das Kloster einsprachig (bündnerromanisch), der 17 km lange Stundenweg zweisprachig (deutsch und bündnerromanisch) ausgewiesen (das Bild wurde beim Polsterhof kurz oberhalb Schleis aufgenommen). Die deutsche Bezeichnung „Kloster Sankt Johann“ wird auf dem Wegweiser nicht aufgeführt. Trotzdem findet der deutsche und wohl auch italienische Tourist problemlos zum Bestimmungsort. Jedenfalls ist nicht bekannt, dass sich aufgrund der ausschließlich bündnerromanischen Diktion des Klosters irgendjemand verlaufen hätte.

Doch was ist mit Schleis und Mals, die ebenfalls auf dem Wegweiser angeschrieben sind? Findet der italienische Gast ohne Tolomeis wirklich nicht dort hin?

Das nachträgliche Hinzufügen von „Clusio“ und „Malles“ bestätigt den Eindruck, dass es einigen italienischen Nationalisten einfach nur darum geht, immer noch italienische Gebietsansprüche im „Alto Adige“ zu markieren. Mehrsprachigkeit und die Sicherheit der Wanderer werden dabei nach bekannter Manier lediglich als Vorwand missbraucht. Der Name „Clusio“ ist eine pure tolomeische Erfindung, und „Malles“ ist eine tolomeische Rekonstruktion auf der Grundlage der mittelhochdeutschen Belege. In beiden Fällen handelt es sich somit um pseudoitalienische Namen! Dies wird auch durch das Bündnerromanische erwiesen, wo die Orte als Schlü und Damal bekannt sind.

Ettore Tolomei beanspruchte übrigens auch den Schweizer Teil des Münstertales für Italien. Grundlage dafür war die sogenannte Wasserscheidentheorie, wonach Italien Anspruch auf alle Gebiete habe, welche ins Mittelmeer entwässern. Dieser irredentistischen Theorie zufolge wären Innichen und Sexten von Italien umgehend an Österreich zurückzugeben, zumal sie nicht Teil des „Alto Adige“ sind und über die Drau in das Schwarze Meer entwässern. Die Schweiz müsste hingegen die Bündner Süd-Täler sowie das gesamte Tessin an Italien abgeben. Was für ein Unsinn!

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In vino veritas – Im Wein liegt die Wahrheit, sagten schon die alten Römer.
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